
Wie Heilpraktiker unsere Gesundheitssystem gefährden und unterwandern
Heilpraktiker und andere Schwurbler im Medizinbereich finden im Alltag immer mehr Anklang und werden langsam zur Normalität. Immer wieder sehe ich, wie selbstverständlich es ist, zum Beispiel zum Osteopathen zu gehen. Und genau hier liegt das Problem: Damit entsteht eine Verharmlosung, die unserer Gesellschaft nachhaltig schadet. Wieso hier die Regierung eingreifen muss und was das mit unserer Gesellschaft macht, möchte ich hiermit erklären.
Normalisierung ist der falsche Umgang
Da durch die Normalisierung eine gefährliche Verschiebung stattfindet, sollte ich das an dieser Stelle kurz einordnen. Ein Heilpraktiker und alle, die in der Heilpraktik tätig sind, haben in der Regel keinerlei wissenschaftlich nachgewiesene Heilwirkung. Zudem dürfen diese Praktiker offiziell kein Heilversprechen abgeben. Und hier liegt auch schon die Diskrepanz: Ein Heilpraktiker darf immer nur sagen, dass etwas helfen kann, aber nicht, dass es helfen wird. Ist das aber nicht im Grunde das Gleiche? Geben diese Quacksalber ihren Patienten nicht trotzdem die trügerische Hoffnung auf eine Heilung?
Genau das ist das Problem. Wissenschaftlich lässt sich die Wirkung im Vergleich zu echter Medizin nicht nachweisen.

Gehen wir aber im Alltag davon aus, dass es hier eine Heilung gibt, legitimieren wir diese Praktiken und lassen echte Medizin im Umkehrschluss schlecht wirken. Dazu kommt noch ein bewusstes Framing durch Begrifflichkeiten wie „Schulmedizin“ und „Alternativmedizin“, was völliger Quatsch ist. Es gibt bei der Medizin keine zwei Lager, denn nur wirkungsvolle, wissenschaftlich geprüfte Medikamente und Methoden mit einer Heilfunktion dürfen den Namen Medizin tragen. „Schulmedizin“ ist ein Kampfbegriff aus der Homöopathie, um evidenzbasierte Medizin schlechtzureden. Ein bewusstes Framing also.
Eine lukrative Industrie
Man könnte jetzt natürlich sagen: Das ist ja nicht so schlimm, denn schließlich sollte jeder selbst entscheiden, wie er sich behandeln lässt, und eine gewisse Eigenverantwortung mitbringen. Genau hier liegt jedoch der Knackpunkt der Täuschung. Wie sollst du als Laie entscheiden, welche Behandlung die richtige ist, wenn aus der Esoterik- und Homöopathie-Ecke bewusste Manipulationen stattfinden, um echte Medizin aktiv schlechtzumachen? Das müssen sie ja auch tun, sonst wäre ihr Geschäftsmodell sofort kaputt.
Was viele vergessen, ist, dass dahinter – genauso wie bei der oft kritisierten Pharmaindustrie – ein riesiger Wirtschaftszweig steckt. Überteuerte Scheißprodukte, die keinerlei Zweck erfüllen und teilweise reine Ressourcenverschwendung sind. Ich kann hier leider keine konkreten Marken nennen, da ich mir dadurch schnell eine Abmahnung einhandeln könnte; diese Industrie schreckt vor juristischen Schritten nicht zurück. Das haben bereits viele Journalisten schmerzhaft erfahren, als sie Missstände aufgedeckt haben. Ich habe hierzu ein paar Links in den Quellen angegeben.
Mit was für Mittel diese Menschen arbeiten zeigt ein Fall sehr gut, der dazu extrem gut dokumentiert ist und sich belegen lässt.
Die große Impflüge
Seit der Corona-Pandemie ist das Thema Impfen wieder ein absolutes Reizthema und erhitzt die Gemüter wie kein zweites. Vor allem hat es eine Schicht von Medizingegnern und Esoterikern wieder auf den Plan gerufen, die sich konsequent gegen Impfungen aussprechen: die militanten Impfgegner. Kaum Anhänger einer Verschwörungstheorie arbeiten so hingebungsvoll wie diese. Doch ihr komplettes Hauptargument beruht auf einem Betrug, der schon tausendmal widerlegt wurde. Eigentlich kritisieren diese Menschen mit ihren Theorien ja die Korruption in der Pharmaindustrie. Das funktioniert halt nur sehr schlecht, wenn man selbst einem handfesten Betrug aufliegt.
Worum geht es konkret? Die meisten Impfgegner stützen sich auf eine Studie, in der nachgewiesen worden sein soll, dass Autismus durch Impfungen ausgelöst wird. Diese Studie (von Andrew Wakefield) wurde massiv gefälscht. Der Verschwörungsideologe hat diese Daten manipuliert, nur um seine These zu stützen und eigene wirtschaftliche Interessen zu verfolgen. Tatsächlich gab es nie wieder eine seriöse Studie, die diesen Zusammenhang belegen konnte. Es ist schon sehr absurd, der Pharmaindustrie Korruption vorzuwerfen und rettende Impfungen als gefährlich darzustellen, während man selbst seine Argumente auf einer Lüge aufbaut.
Das Ergebnis sehen wir heute: Während weltweit die Impfraten zurückgehen, steigt das Sterberisiko für Kinder durch fast vergessene Krankheiten wie Masern wieder rapide an. Doch nicht nur das: Stark verankert in der Esoterik- und Heilpraktikerszene ist oft auch ein Antisemitismus, der für offene Menschenfeindlichkeit sorgt. Auch dazu habe ich einen interessanten Beitrag verlinkt.
Doch kommen wir zum größten Problem: Ärzte mit Heilpraktikerausbildung.
Wie Ärzte sich unglaubwürdig machen
Jetzt kommen wir zu einem Punkt, der mich wirklich wütend macht. Auch approbierte Ärzte springen immer häufiger auf diesen lukrativen Zug auf und bieten neben ihrer Medizin Zusatzausbildungen im Bereich Homöopathie oder Naturheilverfahren an. Das mag auf den ersten Blick harmlos wirken, und vielleicht sagt jetzt jemand: „Das ist doch gut, weil der Arzt einen größeren Blickwinkel hat.“ Oder wie man in der Esoterik so schön sagt: „einen ganzheitlichen Blick“.
Dem möchte ich grundsätzlich widersprechen. Es existiert dadurch ein enormer Interessenkonflikt und es sagt über den Mediziner oder die Medizinerin sehr viel aus. Obwohl sie sich der wissenschaftlichen Medizin verpflichtet haben, bedienen sie die Ideologie von Wissenschaftsfeinden. Das widerspricht dem Grundgedanken der Medizin komplett. Ich bin der Meinung, dass Ärzte, die sich solcher unwissenschaftlichen Praktiken bedienen, nicht mehr klar medizinisch handeln und somit dem Gesundheitssystem und den Patienten schaden.
Zudem bewegen sich Heilpraktiker in einem stark unregulierten Markt, der kaum Überwachung genießt, während echte Medizin strengstens geprüft wird. Auch die Ausbildung macht einen erheblichen Unterschied, was besonders in der Psychotherapie gefährlich wird. Während ein Heilpraktiker für Psychotherapie nach oft nur 2 bis 3 Jahren (oder teilweise wenigen Monaten Vorbereitungskurs) seine Erlaubnis bekommt, braucht die konventionelle Ausbildung ein Vielfaches an Zeit und Tiefe. Seit dem Wintersemester 2021 gibt es einen eigenen Studiengang für Psychotherapie, der mindestens 5 Jahre dauert, plus anschließender Spezialisierung. Kann man diese Ausbildungen ernsthaft vergleichen? Ich meine: Nein. Zudem arbeiten Heilpraktiker für Psychotherapie völlig legal mit Methoden, die der Wissenschaft komplett widersprechen, wie zum Beispiel Klangschalentherapie oder Reinkarnationstherapie.
Entlastung der Krankenkassen
Dass sich Heilpraktiken immer größerer Beliebtheit erfreuen, zeigt sich auch daran, dass diese Leistungen in Teilen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Nicht von allen, aber von erschreckend vielen. Das Problem dabei: Hier wird Solidargeld für „Behandlungen“ wie zum Beispiel Osteopathie oder Homöopathie bezahlt, die oft keine Besserung über den Placebo-Effekt hinaus erzielen und extrem teuer sind.
In einer Zeit, in der es den gesetzlichen Krankenkassen finanziell miserabel geht und die Regierung bereits überlegt, Leistungen für Patienten zusammenzustreichen, wäre genau das der Moment, bei der Esoterik den Rotstift anzusetzen. Teilweise übernehmen Kassen im Schnitt 100 bis 300 Euro pro Patient im Jahr für Heilpraktikerkosten. Das fällt massiv ins Gewicht. Neben anderen Reformen sollte dies definitiv der erste Punkt sein, um Gelder einzusparen. Zudem würde der Wegfall der Kostenübernahme eine dringend nötige finanzielle Hürde für den Gang zum Heilpraktiker schaffen.
Fazit: Was sich ändern muss!
Die Art und Weise, wie wir politisch und gesellschaftlich mit derartigen Praktiken umgehen, muss sich ändern, um ein grundlegendes Verständnis für Wissenschaft zu behalten. Zudem müssen wir im Alltag darauf achten, welche Rhetorik wir verwenden. Wenn wir die Sprache der Heilpraktiker (wie den Begriff „Schulmedizin“) übernehmen, verharmlosen wir die Problematik.
Die Esoterik-Branche ist extrem teuer und verkauft Produkte ohne jeden wissenschaftlichen Bezug. Da frage ich mich ernsthaft, wieso der Verbraucherschutz hier oft machtlos zusieht, denn vieles davon riecht mutmaßlich nach Betrug. Heilpraktiker pflegen eine starke Konsumentenbindung, da chronisch Kranke und wiederkehrende Kundschaft verlässliches Geld einbringen. Diese Berufsgruppe will eben auch überleben – leider allzu oft auf Kosten der echten Gesundheit ihrer Patienten.
Links und Quellen:
KI-Disclaimer:
Ich verwende für die Erstellung meiner Beiträge KI. Die Texte werden selbst geschrieben, aber von einer KI lektoriert und von mir gegengecheckt. Ich lasse keine Texte generieren. Die Beitragsbilder lasse ich von einer KI erstellen, da ich keinerlei können im Bereich Grafikdesign besitze. Gerne möchte ich in Zukunft eine Grafikdesignerin oder Grafikdesigner für meine Beiträge gewinnen, die oder den ich dann auch dafür bezahlen kann. Ich mache das aber alles Hobbymäsig und verdiene kein Geld damit.

Seit über 5 Jahren schreibe ich Texte und Rezensionen zu allen möglichen Themen und Bereichen, die mich interessieren.















