Erfahrungsbericht: Raid Shadow Legends nach 4 Monaten

Vor ca. vier Monaten hat mich das Handy-Spiel Raid Shadow Legends mit einem „Teenage Mutant Ninja Turtles“-Event geködert. Zugegeben war das nicht der einzige Auslöser, denn Marvel Snap! hat immer mehr an Bedeutung für mich verloren. Täglich habe ich dort viele Matches bestritten, aber nach und nach immer mehr die Lust daran verloren. Da kam RSL – also Raid Shadow Legends – genau richtig und konnte mich mit den Turtles natürlich direkt abholen. Das große Plus: Es gab sogar Michelangelo als Log-in-Champion gratis. Ich musste mich nur 7 Tage in Folge einloggen, und schon bekam ich „Mikey“ geschenkt. Das war als neuer Spieler natürlich ein absoluter Bonus. Doch das war nur der Anfang.

Das Spielprinzip

In Raid Shadow Legends liegt der Fokus auf Kämpfen mit einer Gruppe gegen Gegnerwellen, Bosse oder die Teams anderer Spielerinnen und Spieler. Dabei werden nach und nach neue Champions freigeschaltet, die verschiedenen Seltenheitsgraden entsprechen und dementsprechend stärker oder schwächer sind. Außerdem werden über diese Kämpfe Ressourcen und Artefakte gesammelt, mit denen die Champions aufgewertet und stärker gemacht werden können. Somit baut sich ein Gameplay-Loop auf, der motiviert und die Spielenden bei der Stange hält.

Auf dem Cover zu meinem Erfahrungsberucht über Raid Shadow Legends bin ich zu sehen mit dem Handy in der Hand und aus dem Handy kommen Kael und Galek heraus durch ein Portal mit ganz vielen Magie Effekten.

Die ersten Wochen in Raid

Wie es oft so ist, wurde ich zu Beginn überschüttet mit neuen Sachen. Die Einführung ist gut, allerdings habe ich mit meinem jetzigen Wissensstand super viele Fehler gemacht. Es gibt auf YouTube viele Content-Creator, die Tipps parat haben, doch ich bin jemand, der sich im Vorfeld erst einmal selbst damit befasst und nicht 300 Stunden Videomaterial ansieht. Ich stürze mich gerne blind in neue Dinge. Dennoch war die Anfangszeit sehr aufregend für mich. Wie es sich für ein Handy-Spiel gehört, wurde ich auch zu Beginn schon mit vielen Einsteigerpaketen bombardiert, die ich natürlich für Echtgeld kaufen konnte. Das ist auch jetzt noch der Fall: Ständig ploppt ein verlockendes Angebot auf, das man natürlich gerne wahrnehmen möchte.
Meinen Start habe ich mit Alice, die ich über einen Promo-Code bekam, Galek und später dann Michelangelo bestritten. Wie ich jetzt weiß, gibt es weitaus bessere Startmöglichkeiten, aber das war eben ein Anfängerfehler. Ich habe mich durch viele Aufgaben und Missionen gekämpft, die mir das Spiel gegeben hat. Das hat wirklich Spaß gemacht, weil es sich belohnend angefühlt hat. Doch das sollte sich bald ändern.

Nach über einem Monat brach der Spielspaß langsam ein

Mit zunehmendem Fortschritt kamen immer weiter Limitierungen ins Spiel. Am Anfang fühlt man sich nahezu unaufhaltsam, da das Spiel dich das auch fühlen lässt. Doch nach und nach kommen immer mehr limitierende Faktoren dazu. Zum Beispiel die Energie. Energie ist eine der vielen Primär-Ressourcen in Raid und gibt maßgeblich an, ob man etwas tun kann oder nicht. Ohne Energie läuft fast nichts. Zu Beginn wird man mit Energie-Auffüllern zugeschüttet, dadurch besteht nie das Problem, ins Stocken zu kommen. Aber mit zunehmendem Fortschritt steigt auch der grundsätzliche Energieverbrauch pro Dungeon, Kampagne oder anderen Aktivitäten. Dazu kommt noch, dass der erzielbare Fortschritt sehr schnell einbricht und der Grind beginnt. Denn in Raid muss sehr viel wiederholt werden. Das hat sich am Anfang sehr ungewohnt angefühlt, besonders wegen der schnellen Anfangsphase. Das frustriert schon, aber die Motivation blieb bestehen und ich habe mich mit der neuen Ausgangslage abgefunden. Dennoch ist mir eine Sache extrem sauer aufgestoßen.

Die größte Frustration

Besonders hart getroffen hat mich das Spiel, als ich feststellen musste, dass ich als Neuling kaum eine Chance habe, an die anderen Turtles zu kommen. Mein Einstiegspunkt war leider schon nahe zur Mitte des Events, und somit habe ich Donatello bereits verpasst. Nach ca. drei Wochen kam dann auch Raphael dazu und später dann zu guter Letzt Leonardo. Leonardo ist mein Lieblings-Turtle (weil blau und Schwerter). Umso größer war die Enttäuschung, als ich gemerkt habe, dass es ohne Geld auszugeben fast unmöglich für mich ist, an den letzten Turtle zu kommen. Was ich dann leider auch getan habe: Ich wollte Leonardo eben haben. Da hat mich das Spiel gepackt, weil ich schon zu tief drin war, um zu sagen: „Okay, ich gehe jetzt mit leeren Händen raus.“ Die Ressourcen, die ich verbrannt habe, waren schon zu viele. Es müssten dann auch ca. 50 € gewesen sein. Also noch verschmerzbar. Dennoch ein sehr frustrierender Punkt für mich. Besonders weil nach diesem Event die Turtles nicht mehr erspielbarwaren. Also entweder ich habe die Chance genutzt oder eben nicht.

Viele Inhalte, die Geduld fordern

Danach kam aber der Punkt, an dem ich das Spiel immer mehr verstanden habe und es wieder „Klick“ gemacht hat. Was mir klar wurde: Für Raid benötige ich definitiv Geduld. Denn das Spiel ist ein Marathon und kein Sprint. Zu Anfang kannst du noch nicht oben mitspielen, und für die meisten Inhalte brauchst du einen gewissen Stand im Spiel („Account-Level“), um teilzunehmen.
Stand heute habe ich meine erste Fusion vor ca. einer Woche abgeschlossen, die mir wirklich einiges abverlangt und mich viele Ressourcen gekostet hat. Es fühlt sich dennoch gut an, endlich einen neuen Champion im Team zu haben, für den ich hart gearbeitet habe. Doch besonders für „Free to Play“-Spielerinnen und Spieler steckt da viel Arbeit drin; es ist zwar machbar, aber deutlich schwerer und langwieriger. Das befriedigende Gefühl, einen neuen Abschnitt endlich geschafft oder einen neuen Champion nach Tagen an Arbeit endlich freigeschaltet zu haben, kann dir niemand nehmen. Das muss man Raid lassen: Es fühlt sich fast immer belohnend an, denn nichts ist umsonst. Jede Ressource, die investiert wird, bringt dich auch weiter – und wenn es auch nur kurzfristig ist. Das ist auch der Grund, wieso mich das Spiel jetzt gekriegt hat, auch wenn ich einen Punkt erreicht hatte, der schon recht frustrierend war. Ich bleibe dran, und auch mein Clan baut sich langsam stabil auf.

PS: Aktuell läuft ein Assassin’s Creed-Event, das ähnlich wie das Turtles-Event abläuft. Auch hier bekommen alle Spielenden, auch Neulinge, Ezio geschenkt – genau wie bei Michelangelo. Ein paar Wochen vorher gab es ein Crossover mit Alien und Predator, das uns ebenfalls einen starken Log-In-Champions beschert hat. Plarium, der Entwickler hinter Raid Shadow Legends, bombardiert dich zwar zu jeder Zeit mit Ingame-Kaufoptionen, beschenkt uns aber auch regelmäßig mit neuen Champions, die dazu auch noch sehr gut sind. Es lohnt sich also einzusteigen, und es ist am Ende doch irgendwie fair – oder zumindest geschickt gemacht. Wie man das bewertet, darf sich gerne jeder selbst aussuchen.